Die schonende Gebärmutterentfernung mittels Knopflochtechnik (LASH)
jetzt auch in Pfaffenhofen

Beitrag von Frau Dr. Petra Fiedler, geb. Martin

Auch wenn die menschliche Anatomie immer gleich bleibt – die operativen Techniken entwickeln sich weiter. Längst hat die Entwicklung des Minimal Invasiven Operierens auch die Gynäkologie erfasst. Immer seltener werden Uterus und Adnexe im Ganzen entfernt – die berüchtigte Totaloperation. Manchmal genügt es, allein die Ursache der Beschwerden selbst zu entfernen, seien es wachsende Myome, eine wuchernde Schleimhaut, etc. und das endoskopisch, sei es mittels Hysteroskopie, der Spiegelung der Gebärmutterhöhle oder mittels Laparoskopie, der direkten Inspektion des kleinen Beckens.

Wenn es aber doch Sinn macht, die Gebärmutter zu entfernen, weil z.B. bei unstillbaren Blutungen hormonelle oder vorausgegangene hysteroskopische Therapien nicht greifen, weil mehrere Myome vorliegen oder die Patientin eine definitive Lösung wünscht, dann bietet sich hier die laparoskopisch durchgeführte Hysterektomie an. Da in den seltensten Fällen der Gebärmutterhals für die zu behandelnden Beschwerden verantwortlich ist, wird dieser im Beckenboden belassen.

Die LASH, die laparoskopisch assistierte suprazervikale Hysterektomie wird seit einem Jahr auch in der Ilmtalklinik von Pfaffenhofen von uns dort belegärztlich tätigen Gynäkologen durchgeführt. Die Vorteile sind einfach überzeugend: mit ca. 80 Minuten kurze OP Zeiten, geringe Wundflächen durch den Verzicht auf den sonst üblichen Pfannenstielquerschnitt der Bauchdecke im Unterbauch, dadurch geringerer Blutverlust, weniger Narbenbrüche, schnellere Erholung, kurze Liegezeiten und am Ende hochzufriedene Patientinnen, die oft schon gern am ersten postoperativen Tag die Klinik verlassen würden.

Das Belassen des Gebärmutterhalses verhindert eine Traumatisierung des Beckenbodens, insbesondere der Innervation der Blase und deren Umgebungsstrukturen. Infolgedessen finden sich später weniger Senkungsbeschwerden oder eine Beeinträchtigung des sexuellen Erlebens... Alles überzeugende Argumente für ein Operationsverfahren, das zwar technisch anspruchsvoll ist, jedoch durch seine vielen Vorteile für Patientin und Solidargemeinschaft gleichermaßen überzeugt.

Inzwischen wurde an der Ilmtalklinik ca. 50 LASH Operationen durchgeführt. „Die niedrige Komplikationsrate und noch mehr die hohe Zufriedenheit unserer Patientinnen haben uns überzeugt, “ so Frau Dr. Fiedler aus der belegärztlichen Gemeinschaftspraxis.
„Es macht einfach Spaß, eine Patientin, die noch die Schrecken der Totaloperation aus Erzählungen von Mutter und Großmutter mit sich trägt, nach drei Tagen Krankenhausaufenthalt hocherstaunt, weil wirklich so gut wie beschwerdefrei, nach Hause zu lassen.“

Eine Bemerkung zum Schluss:
Seit Einführung des neuen EBM ist die LASH auch allgemeine Kassenleistung.

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